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HTAD meets Handwerk
5 Min Lesezeit 05. März 2026
Ministerin Bär besucht die Internationale Handwerksmesse
Das Zusammenspiel von traditionellem Handwerk und moderner Technologie hat sich über Jahrhunderte hinweg entwickelt: Technische Innovationen erweitern die Möglichkeiten des Handwerks, während die praktische Umsetzung neuer Technologien oft auf handwerklichen Fertigkeiten basiert. Um dieses Zusammenspiel zu unterstreichen, besucht Bundestechnologieministerin Dorothee Bär am 04.03.2026 den Kongress „ZUKUNFT HANDWERK 2026“ im Zuge der Internationalen Handwerksmesse in München.
Der Besuch der Handwerksmesse war der Auftakt des neuen Formats „HTAD meets…“, in dem auch Stakeholder der HTAD angesprochen werden sollen, die nicht im klassischen Hauptfokus der Forschungs- und Technologieförderung stehen. Bär möchte damit neben Unternehmen und Forschungseinrichtungen weitere Akteure treffen, die zu Innovationen beitragen können, und diese einladen, sich an der HTAD zu beteiligen.
„Ohne Handwerk kein Hightech“, machte Bär auf der Podiumsdiskussion „Stolz, stolzer, Handwerk“ deutlich und verwies auf die Bedeutung des Handwerks für den Wirtschaftsstandort Deutschland und als Treiber von Innovationen. Die meisten Projekte im Bereich der Hochtechnologien sind nur dank des Handwerks umsetzbar. Handwerkerinnen und Handwerker bauen Maschinen, verlegen Leitungen durch die Strom fließt, in Mauern, die sie vorher gemauert haben. Selbst der Start von Raketen in den Weltraum ist ohne Handwerk nicht erreichbar, so Bär.
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Handwerk präsentiert Innovationen
Die begleitende Ausstellung des Kongresses „ZUKUNFT HANDWERK 2026“ macht deutlich, in welchen verschiedenen Bereichen es bereits Projekte gibt, die Handwerk und Hightech verbinden. Die Ministerin zeigte sich beeindruckt davon, wie moderne Technik ganz konkret im Arbeitsalltag hilft. Das Handwerk gebe hier ein überzeugendes Bespiel davon, , wie Zukunft in Deutschland funktionieren kann – sinnstiftend, krisenfest und nah an den Menschen.
So zeigt der Innovationsparcours in der Ausstellung gleich eine ganze Bandbreite verschiedenster moderner Entwicklungen, die Handwerkerinnen und Handwerker in ihrer Arbeit unterstützen können – von Schulungsprogrammen zur Cybersicherheit über eine lokale KI, die zu spezifischen Aufgaben direkt aus der Anwendung heraus trainiert werden kann, bis hin zu Programmen, die berechnen und vorhersagen wie groß der Bedarf an Backwaren für einen Betrieb in den kommenden Tagen sein wird.
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Eine gelungene Kooperation zwischen Wissenschaft und Handwerk zeigt das Schulungsprogramm KIgÜBA (KI-gestützte, überbetriebliche Ausbildung), eine Kooperation zwischen dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und der Handwerkskammer Unterfranken. Bär testete hier, wie das Programm Auszubildende beispielsweise beim Verbauen von Sicherheitstüren unterstützen kann. Das Programm erkennt, welche Tools die Auszubildenden benutzen und gibt in Echtzeit Anweisungen zu den nächsten Schritten.
Der Seifriz-Preis ehrt erfolgreichen Transfer von Wissenschaft ins Handwerk. Preisträgerinnen und Preisträger präsentierten ihre Projekte auf der Messe. Sie stellten unter anderem Anwendungen vor, die aus Materialinnovationen kommen, wie ein ressourcensparendes Sandstrahl-System zur Bearbeitung von Bauteilen, eine nachhaltige und waschbare Backunterlage oder ein Vakuumfusionsverfahren zur Verwendung heimischer Hölzer bei Jachten. Auch künstliche Intelligenz wird in die Anwendung transferiert – bei der akustischen Erkennung von Schäden in Stein- und Betonobjekten, was die Ministerin auch testete. Für alle diese Projekte arbeiteten kleine Handwerksbetriebe mit Forschungseinrichtungen zusammen.
Die Ministerin tauschte sich außerdem mit Vertreterinnen des Bundesverbands der Unternehmerfrauen im Handwerk aus. In diesem Netzwerk bündeln Frauen im Handwerk ihre Kräfte und vernetzen sich um Herausforderungen gemeinsam begegnen zu können.
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BMFTR fördert das Handwerk
Diese Stärken wollen wir, das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), auch in Zukunft erhalten. Dafür braucht es den richtigen Spirit, die richtigen Rahmenbedingungen und gezielte Innovationsförderung im ganzen Land. Genau hier setzt die Hightech Agenda Deutschland an: Technologie soll den Menschen im Arbeitsalltag unterstützen. Als BMFTR fördern wir praxisnahe Forschung, damit Innovationen schnell dort ankommen, wo sie gebraucht werden – auch im Handwerk.
Denn in praktisch allen Schlüsseltechnologien spielt das Handwerk eine wichtige Rolle. Eine Tatsache, der wir als BMFTR beispielsweise mit der Förderrichtlinie „KMU-innovativ: IKT“ seit 2007 Rechnung tragen: Hier können sich auch Handwerksbetriebe bewerben, die Innovationen entwickeln wollen. Ein Erfolgsbeispiel aus dem Programm ist eine Dresdner Dachdecker-Firma. Im Rahmen der Projektförderung hat sie eine modulare Roboterplattform entwickelt, die beim Decken von Flachdächern hilft.
Ein weiteres Beispiel ist der Transfer-Hub „6G-life“ des BMFTR, der auf kollaborative Robotik fokussiert also auf die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine. Ein wichtiges Ziel des Projektes ist der Einsatz kollaborativer Robotik als Lösung für Arbeitskräftemangel und steigende Personalkosten – ausdrücklich nicht nur für die Großindustrie. So profitiert das Handwerk von Zielen und Ergebnissen der HTAD.
Bei der Internationalen Handwerksmesse in München präsentieren jährlich rund 800 Aussteller aus über 60 Gewerken ihre Arbeit. Vergangenes Jahr besuchten rund 85.000 Menschen die fünftägige Messe.