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Industrieller Mittelstand: Best-Practice-Projekte aus der Gemeinschaftsforschung

3 Min Lesezeit 20. April 2026

Mit der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) legt die Bundesregierung neue Schwerpunkte für die Erforschung zukunftsweisender Schlüsseltechnologien. Das Förderprogramm Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) sorgt dafür, dass diese Technologien im industriellen Mittelstand ankommen – branchenübergreifend und themenoffen. Durch die monatliche Vorstellung von Best-Practice-Projekten werden die Erfolge des Programms sichtbar gemacht. Unternehmen wird ein niedrigschwelliger Zugang zu Forschungsprojekten und ihren Ergebnissen eröffnet. Das erste Quartal stand ganz im Zeichen der Künstlichen Intelligenz.

Praxisnahe Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen

Ein zentrales Anliegen der HTAD ist es, den Transfer von der Forschung in die Anwendung deutlich zu beschleunigen. Genau hier setzt die IGF des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) an: Seit Jahrzehnten fungiert sie als Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Handwerksbetriebe können neue Technologien testen, Risiken reduzieren, Innovationskompetenzen systematisch aufbauen und so ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten.

Wasseraufbereitung, Produktionsplanung und Analyse der Muskulatur mit Künstlicher Intelligenz

Im ersten Quartal 2026 wurden im Rahmen von Best-Practice-Artikeln drei KI-Projekte vorgestellt:

  • Im Projekt ClearWater haben das Forschungsinstitut für Wasserwirtschaft und Klimazukunft an der RWTH Aachen (FiW) und die Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik (GFaI) ein KI-gestütztes Mess- und Auswertungssystem für industrielle Wasseraufbereitungsprozesse entwickelt. Durch kontinuierliche Analyse und bedarfsgerechte Dosierung von Flockungsmitteln ermöglicht das System Unternehmen, ihre Wasseraufbereitung wirtschaftlicher und umweltfreundlicher zu gestalten.

  • KIbaroP setzt Künstliche Intelligenz ein, um Produktionsstörungen und Risiken in der Produktionsplanung frühzeitig zu prognostizieren. Das Ergebnis der Arbeit vom Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen und der TU München sind stabilere Produktionsabläufe und eine höhere Planungssicherheit. KIbaroP zeigt damit exemplarisch, wie anwendungsorientierte Forschung digitale Innovationen gezielt für den produzierenden Mittelstand nutzbar macht.

  • Das Projekt iSi-Care, umgesetzt vom FILK Freiberg Institute und der TU Dresden, leistet einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung von Therapieentscheidungen in der klinischen Praxis: Mit dem entwickelten Prototyp entsteht ein neuartiges, KI-basiertes Diagnose-Unterstützungssystem, das eine objektive und schnelle funktionelle Analyse der Muskulatur bei Gelenkverletzungen ermöglicht.

Vorwettbewerbliche Forschung als Motor für mittelständische Innovation

Zukunft made in Germany: Durch die technologieoffene Förderung vorwettbewerblicher Forschungs- und Entwicklungsprojekte stärkt die IGF nachhaltig die Innovationsfähigkeit von KMU, einschließlich des Handwerks, und leistet einen direkten Beitrag zur Umsetzung der HTAD. Die drei vorgestellten Projekte zeigen, wie vorwettbewerbliche Forschung den Mittelstand stärkt, technologische Souveränität fördert und Deutschland langfristig zum Top-Standort für Zukunftstechnologien macht.

Quartalsweise Themenschwerpunkte

Im zweiten Quartal rücken die Schlüsseltechnologien klimaneutrale Energieerzeugung und nachhaltige Mobilität in den Fokus. In Quartal drei und vier folgen die Schlüsseltechnologien Mikroelektronik und Biotechnologie.

Weitere Informationen zu den einzelnen Projekten und den kommenden Beiträgen finden Sie auf der IGF-Website , im IGF-Newsletter oder auf dem zugehörigen LinkedIn-Kanal.

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