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Innovation Hub „SicherNetz“ startet: Neue Technologien zum Schutz kritischer Infrastrukturen
2 Min Lesezeit 29. Mai 2026
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert mehrere „Innovation Hubs für Sicherheit und Verteidigung“. Diese zahlen auf das strategische Forschungsfeld Sicherheits- und Verteidigungsforschung der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) ein. Ziel ist es, die gesellschaftliche Sicherheit und die Resilienz gegenüber hybriden Bedrohungen zu stärken. Mit dem Innovation Hub „SicherNetz“ ist nun ein Vorhaben mit Fokus auf den Schutz kritischer Energie- und Versorgungsinfrastrukturen vor unerlaubten oder verdächtigen Drohnenaktivitäten gestartet. Hier sollen innovative Technologien für die frühzeitige Erkennung und Abwehr von Drohnen über kritischen Infrastrukturen (bspw. Stromnetze oder Kraftwerke) entwickelt werden.
Zum offiziellen Kick-off trafen sich die Projektpartnerinnen und Partner am 19. Mai 2026 an der Universität der Bundeswehr München. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Vorstellung des Gesamtprojekts, die Bedarfe ziviler und militärischer Anwender sowie erste gemeinsame Diskussionen zu technologischen und organisatorischen Herausforderungen beim Schutz kritischer Infrastrukturen.
Schutz kritischer Infrastrukturen im Fokus
Insbesondere im Energiesektor bestehen derzeit erhebliche Herausforderungen bei der Detektion und Abwehr unerlaubter Drohnen. Im Rahmen des Hubs werden daher zunächst die Bedarfe ziviler und militärischer Anwender analysiert, um bestehende Fähigkeitslücken und daraus resultierende Verbesserungsansätze systematisch zu identifizieren. Aufbauend darauf entwickeln die beteiligten Partner gemeinsam neue technologische Lösungen zur Drohnenerkennung und -abwehr. Die entwickelten Systeme sollen künftig dazu beitragen, Gebäude und Einrichtungen kritischer Infrastrukturen sowie militärische Liegenschaften besser zu schützen.
Zivil-militärische Zusammenarbeit stärken
Ein zentraler Schwerpunkt von „SicherNetz“ ist die zivil-militärische Zusammenarbeit. Dafür werden die jeweiligen Akteure aus Wissenschaft, Entwicklung und Anwendung eng miteinander vernetzt. Durch die Bündelung unterschiedlicher Forschungsansätze und Expertisen sollen Synergien genutzt und technologische Lösungen schneller in die Anwendung überführt werden.
Prof. Dr. Dr. Eva-Maria Kern, Präsidentin der Universität der Bundeswehr München, erklärte zum Start: „Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Infrastrukturbetreiber, Behörden mit Sicherheitsaufgaben, Bundeswehr, Wissenschaft und Industrie ermöglichen wir einen gezielten Wissens- und Technologietransfer. Wir als Universität der Bundeswehr München sind stolz darauf, damit einen wirksamen und nachhaltigen Beitrag für Sicherheit und Resilienz in Technik und Gesellschaft zu leisten und unsere Kernkompetenzen fakultätsübergreifend gezielt einbringen zu können.“
UniBw M / FZ RISK
Erprobung neuer Technologien unter realen Bedingungen
Um neue Lösungen unter realistischen Bedingungen erproben zu können, entstehen bei verschiedenen Projektpartnern entsprechende Test- und Demonstrationsumgebungen. Diese sollen perspektivisch auch externen Forschungsinstituten, Unternehmen und Start-ups zur Verfügung stehen. Der Hub soll zudem Unternehmen und Start-ups dabei unterstützen, Lösungen zur Drohnenerkennung und -abwehr unter realen Bedingungen zu testen und gemeinsam mit Anwendern weiterzuentwickeln.
Beitrag zur Hightech Agenda Deutschland
„SicherNetz“ adressiert als technologiegetriebenes Vorhaben Ziele des strategischen Forschungsfelds Sicherheits- und Verteidigungsforschung der HTAD. Dazu gehören insbesondere die Stärkung technologischer Souveränität, der Schutz kritischer Infrastrukturen sowie die schnellere Überführung von Forschungsergebnissen in die praktische Anwendung. Durch die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Sicherheitsbehörden, Bundeswehr, Industrie und Betreibern kritischer Infrastruktur soll ein leistungsfähiges Innovationsökosystem entstehen, das neue Sicherheitslösungen unter realistischen Bedingungen erprobt und deren Transfer in die Praxis beschleunigt.
Breites Partnernetzwerk für Sicherheitsinnovationen
Zu den Projektpartnern gehören die Universität der Bundeswehr München als Verbundkoordinatorin, die TenneT TSO GmbH, die Stadtwerke München GmbH, das Innovationszentrum der Bundeswehr sowie die Wehrtechnischen Dienststellen 52, 61 und 91. Unterstützt wird das Vorhaben zudem durch zahlreiche assoziierte Partner aus Sicherheitsbehörden, Industrie und Innovationsförderung.
Weiterführende Informationen
- Hightech Agenda Deutschland: Strategisches Forschungsfeld „Sicherheits- und Verteidigungsforschung"
- Pressemitteilung des BMFTR zum Innovation Hub „SicherNetz"