© Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V.
KI in der Landwirtschaft: Drei Experimentierfelder bündeln Know-how für die Zukunft
3 Min Lesezeit 22. Juni 2026
Von links nach rechts: Leonie Schmidt (KTBL), Jascha Jung (KTBL), Jannik Reiser (KTBL), Dr. Esther Mietzsch (KTBL), Dr. Matthias Leenen (BLE), Ahmad Kadi (DFKI), Nico Heider (Universität Leipzig), Kristoffer Schneider (KTBL), Maximilian Nerlich (Universität Leipzig), Dr. Andrea Machmüller (BMLEH), Daniel Eberz-Eder (KTBL), Daniel Martini (KTBL), Dr. Stefan Paulus (IfZ), Martin Kobe (UFZ).
Mit den derzeit laufenden "Digitalen Experimentierfeldern" fördert das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) die Entwicklung von KI-Anwendungen und ihren Einsatz in der Landwirtschaft. Die vom BMLEH finanzierten und von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) betreuten Projekte sollen helfen, KI-gestützte digitale Techniken für Pflanzenbau und Tierhaltung zu erforschen und deren Praxistauglichkeit zu testen. Am 19. und 20. Mai 2026 trafen sich Verantwortliche und Mitarbeitende der Experimentierfelder DiKI-Südwest, EXPRESS.smart und Farmer-SpaceAI zu ihrem ersten Präsenz-Workshop in Darmstadt. Ziel war es, die Experimentierfelder zu vernetzen und den Einsatz von leistungsstarken Sprachmodellen (LLMs) in der landwirtschaftlichen Praxis zu koordinieren.
Im Projekt DiKI-Südwest entsteht ein LLM-basierter Beratungsservice für die praktische Landwirtschaft, der auch betriebliche Daten einbinden kann. Projekt EXPRESS.smart wird durch Datenkompetenz und smarte Dokumentation betrieblicher Daten den Dokumentationsaufwand für die Praxis im Obst und Weinbau reduzieren. Das Ziel im Projekt FarmerSpaceAI ist ein spezialisierter ChatBot zur digitalen Entscheidungsunterstützung für einen effizienten und nachhaltigen Pflanzenschutz in der landwirtschaftlichen Praxis.
Echter Fortschritt durch Kooperation
Während des ersten Präsenz-Workshops tauschten sich die Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Experimentierfelder über konzeptionelle und operative Fragen aus. Über die Laufzeit der Experimentierfelder bis Ende 2028 wollen die Beteiligten projektübergreifende Synergien nutzen, um so Limitierungen durch gesetzte Projektrahmen zu reduzieren, Parallelentwicklungen zu vermeiden und gemeinsame inhaltliche Schwerpunkte zu setzen.
In offener und konstruktiver Atmosphäre erkannten die Teilnehmenden Ansätze für die inhaltliche Zusammenarbeit und leiteten mögliche gemeinsame Entwicklungspfade ab. Die Geschäftsstelle des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL) richtete den Workshop aus. Daniel Martini, Experte für digitale Technologien beim KTBL, betont: „Die Kooperation vermeidet Doppelarbeit und Parallelentwicklungen und schafft Raum für echte Fortschritte.“
Perspektivisch sollen über die gegründete Arbeitsgruppe projektübergreifende, gemeinsame Daten- und Fragenkataloge aufgebaut sowie mögliche Formate wie Challenges, Hackathons oder gemeinsame Positionspapiere entwickelt und umgesetzt werden.
Schlüsseltechnologie KI
Die Vernetzung relevanter Akteure unterstützt gemeinsame Ansätze für den praxisnahen Einsatz von LLMs in der Landwirtschaft und die Entwicklung vertrauenswürdiger KI-Lösungen. Der Aufbau von Dateninfrastrukturen, Wissenstransfer und die Klärung rechtlicher Fragestellungen werden in der Arbeitsgruppe thematisiert. Die Digitalen Experimentierfelder des BMLEH zahlen somit direkt auf die Ziele der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) ein, indem sie mittel- und langfristig beispielsweise die KI-Kompetenz in der Breite stärken und durch den Einsatz von KI eine Steigerung der Wertschöpfung in der Landwirtschaft erzielen.
Weitere Informationen:
Die HTAD-Roadmap zur Schlüsseltechnologie KI sowie ausführliche Informationen zu Zielen und Maßnahmen finden Sie hier.