Mehr Hightech in Deutschland wagen: Der Startschuss zur Hightech Agenda am 29. Oktober 2025 in Berlin
3 Min Lesezeit 12. Dezember 2025
„Seit heute ist die Hightech Agenda Deutschland nicht mehr nur eine Agenda für die Bundesregierung, sondern für das ganze Land“, mit diesen Worten hat Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, den Startschuss für die Umsetzung der Hightech Agenda Deutschland auf der Auftaktveranstaltung am 29. Oktober 2025 in Berlin gegeben. Über 800 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik kamen aus ganz Deutschland im Berliner Gasometer zusammen, um ihr Interesse an der Mitgestaltung der Forschungs- und Innovationslandschaft zu bekunden. Mehr als 200 Interessierte verfolgten die Veranstaltungen über den Livestream.
Mit der Hightech Agenda Deutschland soll „Made in Germany“ wieder zum Markenzeichen unseres Landes werden. Deutschland soll im internationalen Wettbewerb mit an der Spitze stehen und insbesondere in den Schlüsseltechnologien mehr Fortschritt wagen. Bundeskanzler Friedrich Merz betonte den ambitionierten Ansatz der Bundesregierung: „Wir trauen unserem Land zu, Innovationsführer zu sein, führendes Industrieland auch des 21. Jahrhunderts zu sein. Das werden wir nicht ohne Anstrengung hinbekommen.“ Unsere exzellente Forschung muss die Wirtschaft noch mehr stärken, um Wohlstand und Sicherheit in Deutschland zu erhalten. Die Bundesregierung gibt mit den Investitionen in die Schlüsseltechnologien die Richtung vor, für den Erfolg der Hightech Agenda Deutschland wird es jedoch darauf ankommen, unsere Kräfte auf allen Ebenen zu bündeln. Dies betonte auch Bundesministerin Dorothee Bär in ihrer Rede mit dem Aufruf: „Gemeinsam machen wir die Bundesrepublik Deutschland zur Hightech-Republik Deutschland.“
Die Hightech Agenda Deutschland richtet die Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik des Bundes neu aus und bezieht hierbei die Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft wirksam mit ein. Alle Stakeholder können sich mit ihren Stärken und Beiträgen in die Ausgestaltung der Hightech Agenda einbringen – so etwa die verschiedenen Bundesministerien und ihre Ressortforschungseinrichtungen, Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Industrie und (zivil-)gesellschaftliche Akteure, Bundesländer und die EU. Mit diesem Beteiligungsansatz will die Hightech Agenda Deutschland den kontinuierlichen Dialog zwischen Forschenden, Gründern und Industrie ermöglichen, in dem sich relevante Durchbrüche in der Forschung und am Markt erzielen lassen.
Eine verstärkte Zusammenarbeit wird auch mit der Europäischen Union angestrebt. So signalisierte Ekaterina Zaharieva, Kommissarin für Start-ups, Forschung und Innovation der Europäischen Union, auf der Veranstaltung Unterstützung für die Ziele der Hightech Agenda Deutschland. In diesem Sinne wird Deutschland gemeinsam mit der Europäische Union verstärkt für strategische Investitionen, vereinfachte Fördersysteme, neue Gesetzesinitiativen und die Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sorgen. Ekaterina Zaharieva unterstrich auf der Veranstaltung: "Gemeinsam mit Initiativen wie der Hightech Agenda bauen wir ein Europa, in dem Innovationen gedeihen – offen, selbstbewusst, nachhaltig und wertbasiert."
In der Auftaktveranstaltung ging es - neben Expertendiskussionen zu Chancen und Herausforderungen Deutschlands auf dem Weg zum führenden Technologiestandort und die hierfür erforderlichen innovativen Instrumente und politischen Rahmenbedingungen - auch ganz konkret um die Schlüsseltechnologien. Sie haben substantielle Bedeutung für die ökonomische Entwicklung unseres Landes und bergen das Potenzial, neue Märkte zu schaffen und Innovationen für zahlreiche Branchen und Anwendungen zu initiieren: Künstliche Intelligenz, Mikroelektronik und Quantentechnologien, Biotechnologie, Fusion und klimaneutrale Energieerzeugung sowie Technologien für klimaneutrale Mobilität. Entsprechend groß sind bereits heute die Forschungsanstrengungen und Investitionen in diesen Technologien. Der schnelle Weg aus der Forschung in Anwendungen und Produkte „Made in Germany“ und deren Kommerzialisierung für Deutschland und Europa ist ein zentrales Ziel zur Steigerung von Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität.
Vertreterinnen und Vertreter namhafter Forschungseinrichtungen, Institute, Verbände, Großkonzerne, Mittelständler und Start-ups sowie aus Bundes- und Landesministerien diskutierten daher in sechs parallelen Breakout-Sessions die Handlungsbedarfe und Zielstellungen der einzelnen Schlüsseltechnologien und setzten damit den ersten Meilenstein der Roadmapping-Prozesse: Für jede Schlüsseltechnologie sollen konkrete Umsetzungspfade („Roadmaps“) mit Meilensteinen und Indikatoren aufgesetzt werden, die allen Beteiligten und Interessierten als Orientierung dienen und die Umsetzungsprozesse nachvollziehbar darstellen.
Die eingeladenen Expertinnen und Experten hatten die Möglichkeit, über eine interaktive Umfrage im Verlauf der Auftaktveranstaltung zu den Inhalten der Hightech Agenda Stellung zu nehmen und Vorschläge zur Weiterentwicklung zu unterbreiten. Auf die Frage, in welcher der Schlüsseltechnologien Deutschland weltweit führend sei, stimmten 20 Prozent der Teilnehmenden für die Quantentechnologien und 16 Prozent für Kernfusion und klimaneutrale Energieerzeugung. Die Mehrheit (42 Prozent) war jedoch der Meinung, dass Deutschland in keiner der Schlüsseltechnologien führend sei. Als wichtigste Hebel der Hightech Agenda wurden die Entbürokratisierung (53 Prozent), die Beschleunigung des Wissens- und Technologietransfers (53 Prozent) und die Stärkung des Wagniskapitalmarktes (42 Prozent) angesehen. Zusammengefasst lautete das Urteil, Deutschland müsse in verschiedenen Bereichen aktiver werden, um den Anschluss nicht zu verlieren.
Die Umsetzung der Hightech Agenda Deutschland erfolgt zunächst über je eine Roadmap für jede prioritäre Schlüsseltechnologie. So werden Förderprogramme, Forschungsinfrastrukturen und konkrete Anreize für Investitionen konkret dargestellt. Die Eröffnungsveranstaltung war der Beginn eines Prozesses, um mit den Gestaltern und Anwendern der Technologien diese Roadmaps weiter auszugestalten: mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Bundesländern, aus Wirtschaft und Wissenschaft und aus der Gesellschaft. Flankiert wird dieser Prozess durch ein 360°-Monitoring, das zum einen die Entwicklungen und die Herausforderungen in den Schlüsseltechnologien dokumentiert. Zum anderen erheben die Roadmaps den Stand der Umsetzung in den einzelnen Schlüsseltechnologien. Dies trägt zur Transparenz des Prozesses bei und erhöht die Anpassungsfähigkeit der Roadmaps. Die Hightech Agenda Deutschland kann so als ein lernender Prozess auch in den kommenden Jahren flexibel auf neue technologische Herausforderungen reagieren.