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Partnerdialoge Fusion und Biotechnologie für Agrar- und Ernährungssysteme im Fokus
3 Min Lesezeit 26. März 2026
Bild: Rund 220 Akteure aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft kamen in Potsdam beim Partnerdialog Pflanzenbiotechnologie zusammen, um gemeinsam an der Roadmap Biotechnologie zu arbeiten.
Auf dem Weg zu einer innovationsstarken und wettbewerbsfähigen Zukunft spielen sowohl die Fusion als auch die Pflanzenbiotechnologie eine zentrale Rolle. Die Fusionstechnologie zielt darauf ab, eine saubere, CO₂-freie Energieversorgung in großem Maßstab zu ermöglichen. Deutschlands Vorreiterposition in der Fusionsforschung macht sie zu einem potenziellen High-Tech-Motor für die Wirtschaft. Mit der Pflanzenbiotechnologie lassen sich widerstandsfähige und ertragreiche Agrar- und Ernährungssysteme für die Zukunft entwickeln, die Ernährungssicherheit garantieren und Deutschland die Möglichkeit geben, führender Standort für Pflanzenzüchtung und nachhaltigen Pflanzenschutz in Europa zu werden. Die Hightech Agenda Deutschland (HTAD) stärkt diese Vorreiterrolle gezielt durch erhöhte Investitionen, um aktuellen und zukünftigen Herausforderungen wirksam zu begegnen.
In der Bio- und Pflanzentechnologie zielt die HTAD darauf ab, Forschung erfolgreich in die Anwendung zu bringen: Moderne Züchtungstechnologien für Nutzpflanzen und biotechnologischer Pflanzenschutz sichern Erträge und garantieren stabile Ernten, trotz des fortschreitenden Klimawandels. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat mehrere Partnerdialoge zu den Schlüsseltechnologien Fusion und Pflanzenbiotechnologien durchgeführt. Die Ergebnisse fließen in die Ausgestaltung der jeweiligen Roadmaps ein.
24. März 2026 | Fusionskongress
Am 24. März fand der Fusionskongress des Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) in Berlin als dritter Partnerdialog zur Schlüsseltechnologie Fusion statt. Bundesministerin Dorothee Bär eröffnete den Kongress. Dabei bekräftigte sie das Ziel der Bundesregierung, das weltweit erste Fusionskraftwerk in Deutschland zu bauen. Im Anschluss startete die fachliche Diskussion. An ihr nahmen Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung teil. Dabei wurde klar: Das Ziel der Bundesregierung ist ambitioniert, aber möglich. Neben der Überwindung noch bestehender technologischer Hürden ist es vor allem wichtig, frühzeitig ein Ökosystem zu schaffen, das die Voraussetzungen für die erfolgreiche Kommerzialisierung der Fusion bietet. Die Bandbreite, die ein solches Ökosystem abdecken muss, ist dabei groß. Sie reicht von frühzeitiger Regulierung im gesetzlichen und vorgesetzlichen Bereich über die akademische und nichtakademische Fachkräfteausbildung bis hin zur Schaffung von Lieferketten.
24. und 25. März 2026 | Partnerdialoge zur Pflanzenbiotechnologie und biotechnologisch hergestellten Lebensmitteln
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Deutschland verfügt über eine international führende, wissenschaftlich-technische Expertise, eine wettbewerbsfähige Saatgutindustrie, große Kompetenz im Pflanzenschutz und eine gewachsene, engagierte Community. Mehr als 220 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden und Politik kamen am 24. März im Rahmen der Jahrestagung Pflanzenforschung beim Partnerdialog „Pflanzenbiotechnologie für die Agrarwirtschaft“ zusammen. Intensiv diskutiert wurde, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um mit modernen Züchtungsmethoden neue widerstandsfähige Nutzpflanzen signifikant schneller in die Anwendung und auf das Feld zu bringen. Die Umsetzung der EU-Regulatorik zu NGT-1-Pflanzen (Neue genomische Techniken, Kategorie 1) ist dabei der entscheidende Hebel. Bereits in den nächsten zehn Jahren könnten erste Sorten erfolgreich aufs Feld gebracht werden. Auch der biotechnologische Pflanzenschutz bietet schon in naher Zukunft neue Chancen, den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel zu reduzieren und gleichzeitig stabile landwirtschaftliche Erträge zu liefern.
Am 25. März fand der Partnerdialog „Biotechnologische Lebensmittel: Chancen der Präzisionsfermentation und Zellkultivierung“ als Online-Veranstaltung mit rund 30 Teilnehmenden aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden sowie aus Vertretern von Bund und Ländern statt. Im Fokus standen die marktwirtschaftlichen Potenziale dieser Technologien, die neue Wertschöpfungsketten ermöglichen und Wachstumsmärkte der Ernährungsindustrie erschließen. Diskutiert wurden zentrale Meilensteine und Katalysatoren für den Aufbau eines Innovationsökosystems, wobei insbesondere regulatorische Rahmenbedingungen, Zugang zu Kapital und die Einbindung etablierter Lebensmittelhersteller als entscheidend hervorgehoben wurden.
Widerstandsfähige Nutzpflanzen, nachhaltiger Pflanzenschutz oder biotechnologische Lebensmittel zahlen auf die Ziele der HTAD ein, mit Biotechnologie resiliente krisenfeste Agar- und Ernährungssysteme zu entwickeln. Die Ergebnisse der Partnerdialoge fließen in die Roadmap Biotechnologie ein.