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Hebel für die Hightech Agenda Deutschland
Damit neue Ideen Realität werden können, braucht es die richtigen Rahmenbedingungen. Die neun Hebel der Hightech Agenda Deutschland geben den Schlüsseltechnologien und strategischen Forschungsfeldern die nötige Schubkraft. Sie sollen den Akteuren in Forschung und Entwicklung mehr Gestaltungsfreiheit ermöglichen, bessere Finanzierungsmöglichkeiten eröffnen und die Handlungsfähigkeit verbessern. Dadurch soll die Risikobereitschaft zur Investition in neue Ideen und Maßnahmen erhöht und die Effizienz bei der Umsetzung gesteigert werden.
Wir beschleunigen den Wissens- und Technologietransfer zwischen allen Akteuren. Wissenschaftliche Erkenntnisse gelangen so schneller in Wirtschaft und Gesellschaft.
Wichtige Maßnahmen hierzu:
• Wir stärken die anwendungsorientierte Forschung an Hochschulen und unterstützen Strukturen, die Innovationen fördern. Dazu schaffen wir eine Deutsche Anwendungsforschungsgemeinschaft (DAFG).
• Wir vereinheitlichen Ausgründungsverträge an Hochschulen und Forschungseinrichtungen, um Start-ups das Starten zu erleichtern. Zehn EXIST Start-up Factories heben unser Gründungsökosystem hier auf ein neues Level. Wir machen EXIST zum Flaggschiff-Programm der Bundesregierung.
• Wir bringen das Potenzial des innovativen Mittelstands und zukunftsorientierter Start-ups besser zur Geltung. Sie können Wachstum, Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes steigern.
• Wir identifizieren und analysieren Transferhindernisse. Dazu gründen wir die Initiative „Rückenwind für Innovation“. Mithilfe externer Experten erarbeiten wir Lösungsvorschläge zur weiteren Verbesserung von Transfern und Innovationsaktivitäten.
Wir geben Innovationen Freiräume und befreien die Akteure von kleinteiligen bürokratischen Anforderungen. Wir schaffen außerdem durch Digitalisierung und zeitgemäße Regulierung eine neue Kultur der Ermöglichung für kreative Köpfe.
Wichtige Maßnahmen hierzu:
• Wir schöpfen das Potenzial von Daten für Forschung, Gesellschaft und Staat besser aus. Dazu verabschieden wir das Forschungsdatengesetz, entwickeln das Gesundheitsdatennutzungsgesetz weiter und schaffen eine Anbindung an Europäische Datenräume.
• Wir verabschieden ein Innovationsfreiheitsgesetz. Das gibt Forschung und Entwicklung mehr Freiraum und befreit Unternehmen von Bürokratie.
• Wir schaffen Raum zum Ausprobieren durch Reallabore und durch Öffnungs- und Experimentierklauseln. So können Akteure innovative Technologien und neue Geschäftsmodelle unter realen Bedingungen erproben und schneller in die Anwendung bringen.
• Wir digitalisieren den gesamten Förderprozess für alle Akteure – vom Antragssteller über Zuwendungsgeber bis Projektträger.
• Wir stärken die Attraktivität der Forschungszulage. Das stärkt wiederum den Investitionsstandort Deutschland und ermöglicht uns unter anderem. Forschungsaktivitäten von Unternehmen themenoffen zu fördern.
• Wir testen systematisch experimentelle Förderformate. Damit können wir erfolgreiche Formate und regulatorische Vereinfachungen schnell in die Breite tragen.
Wir schaffen neue Finanzierungseinstrumente, entwickeln den Wagniskapitalmarkt weiter und machen Investitionen attraktiver. So heben wir Kapital, das für die Entwicklung neuer Technologien nötig ist.
Wichtige Maßnahmen hierzu:
• Wir entwickeln einen Deutschlandfonds und stärken so den deutschen Wagniskapitalmarkt. Wir verbessern regulatorische und steuerpolitische Rahmenbedingungen, damit institutionelle Investoren in Start-ups und Venture-Capital-Fonds investieren können.
• Wir verdoppeln die WIN-Initiative (Initiative für Wachstums- und Innovationskapital für Deutschland) auf über 25 Milliarden Euro. Wir schaffen einen Zukunftsfonds II, um Ausgründungen im Deeptech- und Biotech-Bereich zu fördern.
• Wir stärken die Rolle des Staates als Ankerkunde. Damit können wir Deeptech-Unternehmen in der Anfangsphase unterstützen. Wir etablieren neue Formen des Public Private Partnerships in Forschung und Entwicklung, auch um Risiken zu minimieren.
Wir stärken die Resilienz im Wissenschaftssystem und bauen Forschungssicherheit, Wissenschaftskommunikation und Partizipation aus, um unsere Demokratie und unser Wertesystem zu erhalten und zu schützen.
Wichtige Maßnahmen hierzu:
• Wir entwickeln Leitlinien für den Umgang mit sensiblen internationalen Kontexten und verbessern die Beratungsinfrastruktur. Dadurch sensibilisieren wir für sicherheitsrelevante Fragen und minimieren das Missbrauchspotenzial sowie das Risiko von Wissens- und Technologieabfluss.
• Wir fördern unabhängiges Chinawissen. Dadurch bündeln wir Kompetenz und können diese für Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft als Entscheidungsgrundlage bereitstellen.
• Wir stärken Wissenschaftskommunikation und -journalismus strukturell und finanziell. So machen wir Wissenschaftskommunikation zum integralen Bestandteil von Forschung und Wissenschaft und bringen sie stärker in die Öffentlichkeit.
Wir gewinnen, unterstützen und halten Fachkräfte für den Innovationsstandort Deutschland im Inland und aus dem Ausland. Wir setzen uns für ein gleichstellungsstarkes und inklusives Wissenschaftssystem ein. Wir stärken Kompetenzen von Beschäftigen in der Breite.
Wichtige Maßnahmen hierzu:
• Wir bieten internationalen Stars und Talenten im Wissenschaftssystem mit der Initiative „1.000-Köpfe-plus“ eine Perspektive in Deutschland. Wir etablieren den Wissenschaftsstandort Deutschland als sicheren Hafen der Wissenschaftsfreiheit und positionieren uns als einen der attraktivsten Wissenschaftsstandorte weltweit.
• Wir reformieren das Wissenschaftszeitvertragsgesetz und schaffen eine klare mittelfristig ausgelegte Perspektive für Forschende.
• Wir entwickeln den MINT- Aktionsplan weiter, um Nachwuchskräfte für Schlüsseltechnologien zu gewinnen und um dem Gender-Gap in diesem Bereich zu begegnen. Dazu fördern wir u.a. entsprechende Summer Camps an Hochschulen und Forschungseinrichtungen für Oberstufenschülerinnen.
• Wir entwickeln bestehende Initiativen und Aktionstage weiter, um mehr Frauen für technische Berufe zu gewinnen und Fachkräfte entlang der Bildungskette für eine klischeefreie Studien- und Berufsorientierung zu sensibilisieren. Zu diesen Aktionstagen und Initiativen zählen: der Girls’Day, YouCodeGirls, Klischeefrei.
• Wir entwickeln die Fachkräftestrategie weiter. Sie sichert die Fachkräftebasis in Deutschland und begegnet der demografischen Entwicklung sowie dem Strukturwandel.
• Wir schaffen eine digitale Agentur für Fachkräfteeinwanderung. Damit etablieren wir eine einheitliche Ansprechpartnerin für ausländische Fachkräfte. Die Agentur soll Prozesse der Einwanderung verbessern und die Anerkennung ausländischer Abschlüsse beschleunigen.
• Wir erleichtern es internationalen High Potentials in Deutschland zu gründen, indem wir das Angebot des Global Certification and Consulting Centres (GCCC) im Rahmen von EXIST erweitern als One-Stop-Shop.
Wir bauen die europäische und internationale Zusammenarbeit in Forschung und Innovation aus. Wir denken Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität im Schulterschluss mit europäischen und internationalen Partnern.
Wichtige Maßnahmen hierzu:
• Wir verbessern die Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit im Europäischen Forschungsraum (EFR). Wir unterstützen den Auf- und Ausbau von Datenräumen um bestmögliche Synergieeffekte zu erzielen. Eine wesentliche Rolle spielt hier künftig die Nationale Forschungsdateninfrastruktur.
• Wir setzen uns für eine Reform des EU-Beihilferechts ein, damit Verfahren schneller und innovationsfreundlicher werden. Das stärkt Europas Wettbewerbsfähigkeit.
• Wir unterstützen die Vertiefung der EU-Kapitalmarktunion und erleichtern so in Europa den Zugang zu Wagniskapital für Innovationen.
• Wir intensivieren und diversifizieren bi- und multilaterale Kooperationen mit Partnerländern und Regionen. Damit unterstützen wir Hightech-Akteure dabei, Zugang zu weltweiten Wissensströmen zu erhalten, neue Märkte zu erschließen und Abhängigkeiten zu reduzieren.
• Wir fördern Start-ups und KMU für grenzüberschreitende Verbundprojekte.
Wir stellen die Versorgung mit kritischen Rohstoffen und Materialien sicher. Sie sind die Basis und Treiber zentraler Zukunftstechnologien sowie Voraussetzung für unsere strategische Autonomie, Ressourcensouveränität und den Aufbau einer zirkulären Wirtschaft.
Wichtige Maßnahmen hierzu:
• Wir fördern Fachkräfte aus dem In- und Ausland gemeinsam, um die die Wissensbasis in Deutschland zu verbessern. Das erhöht die Fachkräftebasis im Bereich der Erschließung und Nutzung von Rohstoffvorkommen. Das gilt auch für den Bereich der Werkstoffinnovationen.
• Wir erproben innovative und datengetriebene Ansätze im Bereich „Design for Circularity“ und entwickeln branchenspezifische Ansätze für die Kreislaufwirtschaft. Das hilft ihre Prinzipien schon zu Beginn von Wertschöpfungsketten mitzudenken und führt zu einem effizienteren Umgang mit Ressourcen.
• Wir fördern und erproben neuartige Formen der Nutzung von Schlüsselressourcen, um ihr Marktpotenzial zu entwickeln.
• Wir stärken die technologische Basis für einen ressourcensouveränen und wettbewerbsfähigen Industriestandort Deutschland durch das neue BMFTR-Fachprogramm „Materialinnovationen für die Transformation für Wirtschaft und Gesellschaft“. Wir entwickeln leistungsfähige Ersatzmaterialien und schonen dadurch Ressourcen und reduzieren Abhängigkeiten.
• Wir sind starker Partner in der EU-Initiative „Advanced Materials for Industrial Leadership“. Als solcher treiben wir aktiv den Aufbau eines Ökosystems für fortschrittliche Materialien in Europa voran.
Wir investieren strategisch in Infrastrukturen für die Forschung, um unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit auszubauen und den Investitionsstau im Wissenschaftssystem anzugehen. Nur so können wir unsere Spitzenposition als Forschungs- und Investitionsstandort halten.
Wichtige Maßnahmen hierzu:
• Wir setzen Vorhaben auf der Shortlist des Priorisierungsverfahrens für Forschungsinfrastrukturen um. Dabei legen wir einen Fokus auf die Bedeutung von Forschungsinfrastrukturen als Kern neuer, forschungsgetriebener Innovations- und Wertschöpfungsökosysteme.
• Wir stärken die Kapazitäten der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur im Bereich Datenspeicherung, -verarbeitung und -bereitstellung. Das gilt auch für die Kapazitäten von behördlichen und privaten Dateninfrastrukturen. Außerdem stärken wir die Kompetenz von Forschenden, um die digitale Sicherung, Nutzung und Verwertung von Forschungsdaten nach vorne zu bringen.
• Wir bauen europäische Datenressourcen auf, um die Resilienz und Redundanz von Forschungsdaten nachhaltig zu stärken.
• Wir stärken die deutsche Beteiligung in europäischen und internationalen Abstimmungsprozessen. Damit werden wir der Rolle Deutschlands als wichtiger interanationaler Wissenschaftsnation gerecht.
Wir bauen Hemmnisse ab, die zivil-militärische Forschungskooperationen erschweren und stärken die Zusammenarbeit. So heben wir Synergien und stärken den Forschungsstandort Deutschland im internationalen Wettbewerb um Schlüsseltechnologien.
Wichtige Maßnahmen hierzu:
• Wir schaffen geeignete Rahmenbedingungen für die Förderung sicherheitsrelevanter Forschung. Wir sorgen für stärkeren Austausch zwischen ziviler und militärischer Forschung in Deutschland, Europa und der NATO.
• Wir schaffen eine Förderkulisse für Sicherheits- und Verteidigungsforschung. Dadurch ermöglichen wir Kooperationen von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit der Bundeswehr und Unternehmen.
• Wir unterstützen gezielt Ausgründungen aus der Wissenschaft, die einen Dual Use-Ansatz verfolgen. Das geschieht im Rahmen des EXIST-Gründungsstipendiums und von EXIST-Forschungstransfer.