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Wasserstoff-Roadmap: Innovationen beschleunigen, Zukunft gestalten

Wasserstoff ist ein zentraler Schlüssel für die Dekarbonisierung von Industrieprozessen sowie Mobilitätsbereichen und schafft die Grundlage für ein resilientes und global wettbewerbsfähiges Industrieland. Wir wollen den Hochlauf beschleunigen und mit dem verstärkten Einsatz dieser Zukunftstechnologie die Wirtschaft stärken. Im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) wird der Prozess zur Entwicklung einer Wasserstoff-Roadmap gestartet – mit dem Ziel, technologische Stärken auszubauen, Herausforderungen gezielt anzugehen und Innovationen schneller in die Anwendung zu bringen.

1 Wo stehen wir in Deutschland im Bereich Wasserstoff?

Deutschland verfügt über eine starke Ausgangsbasis entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette: von exzellenter, international vernetzter Grundlagenforschung über angewandte Forschung und innovativen Unternehmen bis hin zu ersten großskaligen Anwendungen. Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie hat die Bundesregierung frühzeitig einen klaren Rahmen für den Markthochlauf gesetzt. Initiativen wie die Wasserstoff-Leitprojekte, die Wasserstoff-Reallabore und das Forschungsnetzwerk Wasserstoff stärken gezielt die Innovationsbasis und fördern den Transfer in die Anwendung. Die gesamte Bandbreite der Forschung ist involviert: während die Grundlagenforschung die Basis für neue technologische Ansätze liefert, ermöglicht angewandte Forschung deren Skalierung, Integration und Transfer in den Markt. Aktuell befindet sich der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in einer entscheidenden Phase: Technologien werden skaliert, Infrastrukturen aufgebaut und internationale Partnerschaften intensiviert. Dabei müssen bestehende Hemmnisse identifiziert und überwunden werden, um Raum für Investitionsentscheidungen zu schaffen.

2 Technologie-spezifische Herausforderungen

„H₂-Technologien made in Germany“ – also in Deutschland entwickelte und produzierte Lösungen für internationale Märkte – sind entscheidend für zukünftige Wettbewerbsfähigkeit. Grundlagenforschung und angewandte Forschung leisten hierbei komplementäre Beiträge, um die zentralen Herausforderungen anzugehen:

Die Elektrolysekapazitäten müssen bei gleichzeitiger Kostensenkung weiter skaliert werden. Zugleich muss die Infrastruktur durch den Aufbau von Transport‑, Speicher‑ und Verteilnetzen ertüchtigt und ausgebaut werden. Anpassungen industrieller Prozesse und die systemdienliche Einbindung in etablierte Energie‑ und Industriesysteme erhöhen die Anwendungsmöglichkeiten aber auch die Komplexität. Es bedarf dabei innovationsfreundlicher regulatorischer Rahmenbedingungen, Standardisierungen sowie nachhaltige internationale Lieferketten und grenzüberschreitende Kooperationen. Diese Herausforderungen sind eng miteinander verknüpft und verlangen koordinierte Lösungsansätze, die durch die Wasserstoff-Roadmap systematisch adressiert und priorisiert werden.

3 Ziele der Wasserstoff-Roadmap

Die Wasserstoff-Roadmap bildet ein zentrales Instrument der Hightech Agenda Deutschland im Teilbereich „Klimaneutrale Energieerzeugung“. Sie soll die Leitplanken für den Markthochlauf schaffen und diesen beschleunigen, indem konkrete Meilensteine für technologische Entwicklungen festgelegt werden. Die deutsche Wettbewerbsfähigkeit soll sowohl durch exzellente, international vernetzte Grundlagenforschung als auch durch praxisorientierte angewandte Forschung – beides zusammen als Basis für zukünftige Technologieführerschaften im Bereich Wasserstoff – gestärkt werden. Im Fokus stehen dabei die Bündelung aller Aktivitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette, die Stärkung des Transfers von Forschungsergebnissen in marktfähige Lösungen sowie die Koordination der wichtigsten Akteure aus Bund, Ländern, Wirtschaft und Wissenschaft. Damit soll der Weg von der Wasserstoffforschung zur praktischen Anwendung systematisch beschrieben und eine strategische Orientierung für Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft geschaffen werden. Zudem zielt die Wasserstoff-Roadmap darauf ab, die technologische Führungsposition Deutschlands im Bereich Wasserstoff zu sichern sowie die Wertschöpfung und industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

4 Was bringt Wasserstoff den Menschen konkret?

Wasserstoff ermöglicht die Speicherung, den Transport und die Nutzung in verschiedenen Sektoren und ist zugleich ein wichtiger Grundstoff für industrielle Prozesse. Zusammen mit seinen Folgeprodukten kann er fossile Rohstoffe und Energieträger, insbesondere bei der energieintensiven und schwer elektrifizierbaren Industrie wie Stahl, Chemie und Grundstoffproduktion, ersetzen und damit einen maßgeblichen Beitrag zur Klimaneutralität leisten. Hinzu kommt, dass die Wertschöpfung vorwiegend lokal erfolgt und dadurch Arbeitsplätze geschaffen und der Wohlstand gesichert werden kann. Neben dem Beitrag zu einer resilienten und sicheren Energieversorgung durch die Diversifizierung von Energiequellen sowie der Reduzierung von externen Abhängigkeiten trägt der Wasserstoff zusätzlich zu einer zukunftsfähigen und gestärkten Industrie bei. Durch die gezielte Förderung von H₂‑Hubs werden Kompetenzen und Know‑how von Industrie‑ und Forschungspartnern gebündelt, was die Innovationsgeschwindigkeit erhöht. Innovationen im Bereich Wasserstoff leisten einen direkten Beitrag, um zentrale Zukunftsaufgaben zu meistern.

5 Der Weg zur Roadmap: Nächste Schritte

Die Wasserstoff-Roadmap wird im engen Austausch mit relevanten Akteurinnen und Akteuren erarbeitet. Im Rahmen der HTAD-Tage im Mai 2026 wird der Prozess für die Entwicklung der Wasserstoff-Roadmap eingeleitet. Erste Ergebnisse werden bei den HTAD-Tagen im September 2026 vorgestellt und beim Energieforschungsprogramm der Bundesregierung berücksichtigt. Parallel dazu wird eine Richtlinie zur Förderung von Projekten zum Thema Forschungshubs „Hydrogen4Future“ veröffentlicht. Somit wird die Umsetzung der Wasserstoff- Roadmap von Projekten begleitet, die bereits heute die technologische Basis für „H₂‑Technologien made in Germany“ legen. Unter Einbindung von zentralen Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft werden bis Ende 2026 Partnerdialoge durchgeführt, um konkrete Maßnahmen und Prioritäten abzuleiten. Die Veröffentlichung der Wasserstoff-Roadmap erfolgt dann auf dem HTAD-Gipfel 2027.

Die Entwicklung der Roadmap erfolgt offen, partizipativ und evidenzbasiert. Ziel ist es, vorhandene Initiativen zu bündeln, Synergien zu heben und eine klare gemeinsame Richtung für den weiteren Ausbau der Wasserstoffwirtschaft zu definieren.