Hebel Batterietechnologie
Langfristige Batterie-Strategie: Um Deutschland als zentralen Akteur und (Mit-)Gestalter im Bereich der Batterietechnologie im internationalen Wettbewerb zu positionieren, braucht es – neben Initiativen entlang der technologischen Handlungsfelder – ein klares Zielbild inklusive einer zwischen EU, Bund und Ländern abgestimmten langfristigen Strategie. Mit einer langfristigen Strategie (> 10 Jahre) erhalten die Wissenschaft und die Industrie eine erhöhte Planungssicherheit für große Investitionen, Standortentscheidungen und strategische Ausrichtungen.
Die Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) in Münster ermöglicht es, auf modernsten Produktionsanlagen bestehende sowie zukünftige Batteriezellen in Richtung Serienreife zu skalieren. Sie dient dabei sowohl der Wissenschaft („From Lab to Fab“) als auch der Industrie. Die FFB wird dabei stetig weiterentwickelt – entsprechend der Bedürfnisse der Industrie und Wissenschaft sowie des technologischen Fortschritts im Bereich der Batterie. Die FFB als einzige offene Gigafactory der Welt in dieser Größenordnung (bis zu 6,8 GWh Produktionskapazität) unterstützt mit ihrem modularen und flexiblen Aufbau deutsche und europäische Akteure aus Wissenschaft und Industrie, ihre Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten im Bereich der Großserien/Massenfertigung von Batteriezellen zu verstärken – ein Bereich in dem bisher außereuropäische Akteure, insbesondere China, Märkte und Technologien dominieren. Damit erweitert die FFB das deutsche Innovationssystem und ermöglicht es, hierzulande auf modernsten Produktionsanlagen Kompetenzen sowie Know-how im Bereich der Zellfertigung im skalierungsfähigen Maßstab weiter auszubauen.
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Das neue Konzept der vertikalen Applikationsallianzen fokussiert noch stärker auf das Marktpotenzial von Innovationen. Projektziel einer vertikalen Applikationsallianz ist die Entwicklung einer Batteriezelle bzw. eines Batteriesystems über ein industriegeführtes Konsortium. So werden Wertschöpfungsketten vom Produkt bzw. der Anwendung ausgehend gestärkt und relevante Partner integriert. Projektkonsortien werden darauf ausgelegt sein, die spätere Serienproduktion mit einer möglichst großen deutschen bzw. europäischen Wertschöpfungstiefe umzusetzen – das stärkt die heimische Batterieindustrie sowie deren Kompetenzen und Vernetzung entlang der Wertschöpfungskette Batterie.
Start-ups: Innovationen entstehen oftmals erst durch Start-ups und ihre visionären sowie mutigen Gründerinnen und Gründer. Durch Start-ups entstehen teilweise auch ganz neue, disruptive Geschäftsmodelle und Produkte, die bisherige Märkte verändern können. Start-ups sind daher ein wichtiger Hebel für den Aufbau einer wettbewerbsfähigen Batterieproduktion und -kreislaufführung in Deutschland und Europa. Durch Fördermaßnahmen wie beispielsweise die Start-up-Strategie, der „Leuchtturmwettbewerb Start-up Factories“ und der Batterie-Start-up-Inkubator (BaStI) wir das Ökosystem für Start-ups sowie der Transfer aus der Forschung in Industrie gezielt gestärkt.
Europäische Ebene: Koordinierte industriepolitische und handelspolitische Maßnahmen auf europäischer Ebene unterstützen zudem die internationale Wettbewerbsfähigkeit im Bereich der Batteriezellfertigung. Anknüpfungspunkt dafür bietet unter anderem der Industrial Accelerator Act (IAA), der Battery Booster und der Net-Zero Industry Act (NZIA).
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Investitionen müssen entlang der gesamten Batteriewertschöpfungskette verbessert, technologische Fähigkeiten ausgebaut, die Kreislaufwirtschaft realisiert und die Kostenlücke in der Batteriezellfertigung verringert werden, indem horizontale Rahmenbedingungen verbessert und insbesondere Energiekosten wettbewerbsfähiger werden.