Maßnahmen Biotechnologie
Das Berlin Center for Gene and Cell Therapies (BC GCT) wird als zentrales Translationszentrum aufgebaut, das Forschung, Entwicklung und Produktion im Bereich der Gen- und Zelltherapie integriert. Die Wirksamkeit des BC GCT wird durch die Einbindung von Einrichtungen auf Länderebene gestärkt. Dazu zählen z. B. die Zentren für Zell- und Gentherapie an den Hochschulmedizinstandorten Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm (BW), das Bayerische Zentrum für Krebsforschung (BZKF), das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) in Leipzig (SN) sowie das Innovationsnetzwerk für Gen- und Zelltherapien „SaxoCell“ (SN). Diese Kooperationen fördern die effiziente Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in klinische Anwendungen.
Der Aufbau von Exzellenzzentren für Advanced Therapy Medicinal Products (ATMPs) wird im Rahmen eines vernetzten Ansatzes gefördert, um die Koordination sowie den Austausch von Expertise in Forschung, Entwicklung und Produktion zu stärken. Ergänzend tragen bestehende regionale Cluster und Forschungseinrichtungen zur Stärkung des ATMP-Ökosystems bei. Hierzu zählen unter anderem das länderübergreifende Cluster Life Science Nord (HH/SH), die Europäische Partnerschaft Personalisierte Medizin, die Zentren für Personalisierte Medizin an den Universitätskliniken u. a. in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm (BW) und am UCC Hamburg sowie das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) sowie das Bayerische Zentrum für Krebsforschung - BZKF (BY). Diese Strukturen unterstützen die Entdeckung innovativer Therapieansätze sowie die Weiterentwicklung und Umsetzung maßgeschneiderter Wirkstoffe und Zelltherapien, die auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten abgestimmt sind.
Die Maßnahme wird durch gezielte Bundesförderungen gestärkt. Dazu zählen insbesondere die KMUi-Medizintechnik-Förderrichtlinie, die Fördermaßnahme „Disruptive Ansätze für die nächste Generation medizinischer Sensorik“ sowie die Initiative MedTech4Women zur Stärkung von Diversität und Innovation in der Medizintechnik.
Ergänzend unterstützen leistungsfähige regionale Cluster und Infrastrukturen die Umsetzung. Zu den zentralen Akteuren zählen unter anderem die MedicalMountains GmbH und die Health and Life Science Alliance Heidelberg Mannheim in BW, das gemeinsame Medizintechnik Ökosystem in HH und SH, das Medical Valley in Nürnberg (BY), der Potsdam Science Park mit dem Zentrum für Digitale Diagnostik (BB) sowie das Niedersächsische Zentrum für Biomedizintechnik (NIFE) in NI. In NRW unterstützt das Cluster Medizin. NRW, das Mitglied in der Medtech Cluster Alliance D-A-CH ist, Innovationen und Translation u. a. im Bereich Medtech. In SN ergänzt insbesondere der Hightech-Standort mit seinem Schwerpunkt auf Sensorik, Mikroelektronik und digitalen Medizintechnologien diese Clusterlandschaft sowie in MV der Standort Rostock mit dem strategischen Schwerpunkt HealthTechMedicine. Diese bündeln Kompetenzen in Forschung, Entwicklung und Transfer und tragen so zur nachhaltigen Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung bei.
Im Rahmen der Gründungsoffensive Biotechnologie (GO-Bio next und GO-Bio initial) wird die Gründung von Biotechnologieunternehmen gezielt unterstützt, um den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in marktfähige Anwendungen zu beschleunigen und die Biotechnologiebranche in Deutschland nachhaltig zu stärken.
Die Bundesförderung wird durch vielfältige Programme und Initiativen der Länder ergänzt. In RP wird der Innovationstransfer aus der Wissenschaft heraus durch Promotionscluster an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sowie durch das Inkubatorprogramm „LiSci-RLP“ unterstützt. In NW erfolgt dies über das Netzwerk BIO.NRW. In BW unterstützen Programme wie unter anderem „Junge Innovatoren“ sowie die Landeskampagne Start-up BW technologieorientierte Gründungen. In BY fördern Inkubatoren wie der Munich Accelerator Life Science & Medicine (MAxL), die Life Science Factory und die TUM Venture Labs gezielt Life-Science-Start-ups. In HH und SH koordiniert die Clusteragentur Life Science Nord (LSN) gemeinsam u. a. mit den „Impossible Founders“ das Deep-Tech Start-up Netzwerk in Norddeutschland. Im SL befindet sich ein Life Science Venture Hub als Inkubator für Life-Science-Gründungen mit aktivem Scouting in der Konzeptphase. In NI tragen die Start-up-Factory GOe Future und das Institute for Biomedical Translation (IBT) zur Förderung innovativer Biotechnologieprojekte und Ausgründungen bei.
Mit der Rahmenrichtlinie „Zukunftstechnologien für die industrielle Bioökonomie“ stärkt der Bund die Angewandte Forschung und Entwicklung in der industriellen Biotechnologie und setzt innerhalb dieses Rahmens u. a. zwei Flaggschiff-Maßnahmen der Hightech Agenda Deutschland durch konkrete Förderaufrufe um:
Disruptive Ansätze der industriellen Biotechnologie werden durch den Förderaufruf KI-basierte Automatisierung der Bioprozessentwicklung (BioDigitalHubs) vorangetrieben. Ein geplanter Förderaufruf wird Deutschlands Position im Bioengineering adressieren.
Zudem ist 2026 ein Förderaufruf für Public-Private-Partnerships für biobasierte Wertschöpfung geplant, der die industrielle Forschung und Entwicklung im Schulterschluss von Wirtschaft und Wissenschaft stärken wird. Mit der Maßnahme „Industrielle Bioökonomie“ wird darüber hinaus ein Schwerpunkt auf die Skalierung biotechnologischer Prozesse gelegt.
Diese Ansätze werden durch Maßnahmen der Bundesländer wie die Initiative „Hightech für eine biobasierte Wirtschaft“ (NI), die Förderung von Demonstrations- und Pilotanlagen zum biologischen Rohstoff- und CO2-Recycling (XCUBIO und CCUBIO) oder die Initiative „Bioökonomie als Innovationsmotor für den Ländlichen Raum“ (im Rahmen der Landesstrategie Nachhaltige Bioökonomie BW) unterstützt. Über Infrastrukturen wie dem Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie (HE), dem im Bau befindlichen Biotech-Campus Mainz und dem Projekt zur Planung und Umsetzung eines Innovationsclusters „Skalierung* in der Biotechnologie“ (RP), dem Leibniz-InnovationsHof für nachhaltige Bioökonomie (BB) oder dem Forschungs- und Transferzentrum b-ACT matter (SN) tragen die Länder zudem zum Transfer innerhalb der industriellen Biotechnologie bei.
Der Bund stärkt mit den Maßnahmen „Entwicklung innovativer Methoden für die moderne Pflanzenzüchtung“ und "Entwicklung innovativer, umweltfreundlicher Strategien zur Bekämpfung von Schadinsekten (Phytoprotect)“ neue moderne Ansätze für nachhaltige Landwirtschaft, Pflanzenbiotechnologie und Pflanzenschutz.
Die Maßnahmen des Bundes werden flankiert durch verschiedene Aktivitäten der Bundesländer: beispielsweise einer Public-Private-Partnership-Initiative mit dem Züchtungsunternehmen KWS SAAT SE zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern sowie dem Aufbau einer Plattform zur Transformation und Genomeditierung bei wichtigen Kulturarten (BY), einer Sonderinitiative „Biogene Wertschöpfung und Smart Farming“ zur Optimierung landwirtschaftlicher Produktion und Ertragssicherung mit optimiertem Pflanzenschutz (MV). Weitere unterstützende Maßnahmen sind die Förderung moderner Züchtungstechnologien an landwirtschaftlichen Landesanstalten und der Landessaatzuchtanstalt an der Universität Hohenheim (BW) sowie einem Cluster zur Ertragssicherung durch optimierten Pflanzenschutz und Züchtungsforschung (HE). Mit KWS in Einbeck, der Universität Göttingen/Göttingen Campus, der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie den HAW-Strukturen in Osnabrück, Hannover und Göttingen bestehen starke Anknüpfungspunkte für moderne Züchtungsmethoden, NGT-Anwendungen, biotechnologischen Pflanzenschutz, Feldvalidierung und Praxistransfer. Ergänzend können die am Standort Braunschweig vorhandenen Bundes- und Forschungseinrichtungen, insbesondere JKI und Thünen-Institut, zur wissenschaftlichen und regulatorischen Flankierung beitragen (NI).
Mit der Transfermaßnahme PIONEER werden alternative Proteinquellen als zukunftsfähige Säule unserer Ernährung erschlossen. In interdisziplinären Konsortien treiben Unternehmen und Forschung gemeinsam biotechnologische Innovationen voran. Bis 2029 werden evidenzbasierte Handlungsempfehlungen für Forschung, Praxis und Politik abgeleitet, um die Breitenwirksamkeit der geförderten Vorhaben zu sichern und die Skalierung erfolgreicher Ansätze vorzubereiten. Ab 2027 wird ein Innovationshub die Forschungs- und Innovationsaktivitäten zur Präzisionsfermentation und Zellkultivierung bündeln und zur Entwicklung eines leistungsfähigen Innovationsökosystems aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen beitragen. Ziel ist es, die Chancen von Präzisionsfermentation und Zellkultivierung für nachhaltige und gesunde Lebensmittel zu nutzen und Deutschland zu einem führenden Technologieentwickler dieser Zukunftstechnologien der Lebensmittelindustrie zu machen. Technologieübergreifende Maßnahmen wie KMU-innovativ: Bioökonomie, Industrielle Bioökonomie, INNO-KOM, das Innovationsprogramm für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen (IGP) oder das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) unterstützen zudem Unternehmen dabei, ihre Ansätze für biotechnologische Lebensmittel in die Anwendung zu bringen.
Die Ansätze des Bundes werden beispielsweise durch Ländermaßnahmen wie der Innovationsland. Bayern Strategie mit dem Spezialisierungsfeld Ernährungs- & Lebensmitteltechnologien durch die thematische Priorisierung in den Universitäten und Hochschulen ergänzt. Die neu gegründete Infrastruktur des Food Systems Research Hubs "Resiliente Lebensmittelsysteme" adressiert u. a. Fragen gesellschaftlicher Akzeptanz (BY). Das DIL Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik in Quakenbrück verbindet anwendungsnahe Lebensmitteltechnologie, Fermentation, Produkt- und Prozessentwicklung, Lebensmittelsicherheit und Food Data. Die Landesinitiative Ernährungswirtschaft Niedersachsen (LI Food) unterstützt den Transfer in die Ernährungswirtschaft, insbesondere mit Blick auf KMU, Akzeptanzfragen und Marktzugang. Ergänzend stärken die Hochschule Osnabrück, die Hochschule Hannover und die HAWK Göttingen die anwendungsnahe Forschung, Pilotierung und Fachkräftequalifizierung im Bereich Bioverfahrenstechnik, Future Food Systems und Bioökonomie (NI).
Bundesmaßnahmen Biotechnologie
14 Maßnahmen
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Mit Transfermaßnahme PIONEER alternative Proteinquellen erschließen
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Moderne Züchtungstechnologien fördern
- FuE-Projekte zur modernen Pflanzenzüchtung in 2025 gestartet
- Ab Q2/2026: jährliche Ergebnisvorstellung (Jahrestagungen zur Pflanzenforschung)
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Optimierten Pflanzenschutz fördern
- August 2025: Veröffentlichung Förderrichtlinie „PhytoProtect – Neue Methoden zum nachhaltigen Schutz von Kulturpflanzen vor Schadinsekten“
- Q3/2026: Förderstart Projekte „PhytoProtect"
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Prominente Rolle beim zukünftigen IPCEI Biotech einnehmen
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Förderprogramm „Industrielle Bioökonomie“ weiter ausbauen
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Mit GO-Bio next das Sprungbrett vom Labor in die Wirtschaft verstärken
- Q2/2026 GO-Bio initial Runde 7, GO-Bio next Runde 3
- Q4/2026 GO-Bio next Runde 4
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Chancen disruptiver Ansätze der industriellen Biotechnologie nutzen
- Umsetzung durch Förderaufrufe im Rahmen der Richtlinie „Zukunftstechnologien für die industrielle Bioökonomie“:
- November 2025: Veröffentlichung „BioDigitalHub - KI für die autonome Bioprozessentwicklung“ (25 Mio. EUR für Phase 1 von 2026-2029)
- Q2/2026: Förderaufruf „Weiterentwicklung und Vernetzung von Forschungsinfrastruktur der industriellen Biotechnologie
- Q3/2026: Veröffentlichung des Förderaufrufes „SynBio – Disruptive Ansätze für neuartige Bioprozesse“
- Umsetzung durch Förderaufrufe im Rahmen der Richtlinie „Zukunftstechnologien für die industrielle Bioökonomie“:
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Ausbau von Genomsequenzierungs-Kapazitäten unterstützen
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Interdisziplinäre Projekte zur Arzneimittelentwicklung mittels neuartigen KI-Methoden fördern
- Bis Ende 2026: Wir bringen 9 interdisziplinäre Verbünde im Rahmen der Förderrichtlinie „KI in der Wirkstoffforschung“ an den Start, um die Arzneimittelentwicklung mittels KI günstiger und schneller zu machen.
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Aufbau eines Translationszentrum für Gen- und Zelltherapie unterstützen
- Spatenstich 09/2025: Berlin Center for Gene and Cell Therapies (BC GCT) als integriertes Translationszentrum für Forschung, Entwicklung und Produktion von Gen- und Zelltherapien
- Q1/2026 Start der Rohbauphase des BC GCT
- 06/2026: Feier Grundsteinlegung des BC GCT
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Next Generation MedTech für die nachhaltige medizinische Versorgung der Gesellschaft schaffen
- Q1/2026: Veröffentlichung der neuen KMUi-Medizintechnik Förderrichtlinie
- Q1/2026: Veröffentlichung der Fördermaßnahme „Disruptive Ansätze für die nächste Generation medizinischer Sensorik“
- Q1/2026: Veröffentlichung des Innovationswettbewerbs „MedTech for Women“ zur Verbesserung der Frauengesundheit
Q2/2026: Erstellung der Pharma- und Medizintechnikstrategie der BReg
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Innovative Präventions- und Behandlungsstrategien bei Nutztieren fördern
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Biotechnologisch hergestellte Lebensmittel und alternative Proteine fördern
- Q2/2026: Veröffentlichung Förderrichtlinie „Innovationshub Zellkultivierung und Präzisionsfermentation“
- Q1/2027: Förderstart Projekte „Alternative Proteine: Zellkultivierung und Präzisionsfermentation“
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Public-Private-Partnerships für die biobasierte Wertschöpfung starten
- 23.02.2026: Partnerdialog industrielle Biotechnologie, Thema u.a. Ausgestaltung Public-Private-Partnerships (PPP)
- Q3/2026: Förderaufruf „Public-Private-Partnerships (PPP) für die Biobasierte Produktion“
- Q2/2027: Start weiterer PPP zur Bioproduktion