Maßnahmenübersicht Fusion
Förderbekanntmachung zur Gründung und Implementierung von vorwiegend regionalen Zentren, um Kompetenzen zu bündeln und das Ökosystem zu strukturieren. Es sollten drei Hubs zur Bearbeitung der wichtigsten Forschungs- und Entwicklungsfragen zur „Laserfusion“, zur „Magnetfusion (Stellarator)“ sowie zum „Brennstoffkreislauf und der Materialentwicklung“ für Fusionskraftwerke eingerichtet werden.
Sie sollen dazu beitragen, die Technologie- und Marktreife zu erhöhen, den Aufbau notwendiger Lieferketten zu stimulieren und Nachwuchs- und Fachkräfte auszubilden bzw. zu gewinnen. Das Hauptaugenmerk liegt auf der industriell geführten Verbundforschung.
Die Förderbekanntmachung für Basistechnologien der Fusion unterstützt angewandte FuE Projekte, die Schlüsselkomponenten für künftige Fusionskraftwerke entwickeln und deren TRL gezielt von der Grundlagenforschung in die industrielle Anwendung überführen, wobei der Fokus auf industriell geführter Verbundforschung liegt. Gleichzeitig werden explorative, hochinnovative Forschungsansätze gefördert, um neue Impulse jenseits etablierter Pfade in der Fusionstechnologie zu setzen.
Länderseitig ergänzen Maßnahmen im Bereich der industriellen Forschung und der Verbundforschungsförderung der Laserfusion Projekte wie den LOEWE Schwerpunkt Nukleare Photonik (HE), das internationale Graduiertenkolleg Nuclear Photonics (HE) und das GRK AccelencE (HE), um interdisziplinäre Zusammenarbeit und Technologietransfer zu stärken sowie den Forschungsbau Materialwissenschaftliches Zentrum für Energiesysteme (BW).
Förderung von Projekten zur regulatorischen Forschung im Bereich der Fusion. Ziel der Bundesregierung ist die bestehende Regulierung der Fusion innerhalb des Strahlenschutzgesetzes angemessen schrittweise – die technologische Entwicklung flankierend – zu ergänzen und anzupassen.
Länderseitig ergänzt z. B. durch die Nachwuchsforschungsgruppe „Rechtsfragen der Fusionsenergie“ an der JMU Würzburg (BY).
Förderbekanntmachungen unterstützen den Aufbau von Infrastrukturen und Technologiedemonstratoren für die stellaratorbasierte Fusion, die Laserfusion und den Zugang zu Neutronenquellen, um die Verfügbarkeit für die gesamte Fachcommunity und insbesondere für Unternehmen zu erhöhen.
Länderseitig wird zusätzlich die institutionelle Grundförderung für Forschungseinrichtungen (z. B. ASEDX UPGrade (BY), Wendelstein 7-X (MV), Laser Zentrum Hannover (NI)) bereitgestellt und die Integration großer fusionsrelevanter Großinfrastrukturen wie Draco (SN), Penelope (SN), ELBE (SN), Polaris (TH) und JETI (TH), das HED HIBEF Messinstrumente am European XFEL (SH und HH), die DT Neutronenquelle der TU Dresden PIConGPU (SN), CALA an der LMU München (BY), FRM II an der TU München (BY), das Untertage Labor Felsenkeller (SN), die THERESA Versuchsanlage und weitere Laser- und Ionenstrahlzentren gefördert.
Das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) erforscht an den Standorten Garching und Greifswald Hochtemperatur-Plasmen, Magnetfeld-Konfigurationen sowie zugehörige Design- und Forschungsfragen mit dem Ziel, die physikalischen Grundlagen für ein Fusionskraftwerk zu erarbeiten (Finanzierungsbeiträge BY, MV).
Wichtige Infrastrukturen für Querschnittsthemen der Fusionstechnologie, etwa das Fusionsmateriallabor und das Tritiumlabor am KIT (BW, Helmholtz-Programm Fusion) und der Aufbau der Hochenergiedichte Initiative (HEDI) (MV, SN) runden das umfassende Netzwerk zur Stärkung der deutschen Fusionsforschung ab.
Vorbehaltlich der Verfügbarkeit entsprechender Haushaltsmittel sowie der haushaltsgesetzlichen und haushaltsrechtlichen Entscheidungen des Landtages wird in Hessen der Aus- und Aufbau von Forschungsinfrastrukturen für die Laserfusion in Ergänzung der bestehenden Hochenergie-Laseranlage PHELIX am Helmholtzzentrum GSI in Darmstadt unterstützt.
Die Leitstelle Fusion wird als zentrale Anlaufstelle des BMFTR eingerichtet, um die Fachcommunity mit aktuellen Förderinformationen zu versorgen, den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik zu stärken und das Ziel eines „Fusionskraftwerks made in Germany“ zu unterstützen.
Die Hessen Trade & Invest GmbH (HE) koordiniert im Rahmen des Technologieland Hessen das wirtschaftliche Ökosystem rund um die Laserfusion und unterstützt durch Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerkmanagement.
Die Bayern Innovativ GmbH (BY) organisiert und moderiert Netzwerktreffen sowie Kongresse, um den Dialog und die Zusammenarbeit innerhalb der Innovationslandschaft zu fördern.
SAXFUSION (SN) bündelt Kompetenzen von Forschung, Hochschulen und Industrie, um den Technologietransfer zu beschleunigen und tragfähige Kraftwerkskonzepte für die Fusion zu entwickeln.
Die Öffentlichkeitsarbeit zielt darauf ab, das öffentliche Interesse und das Verständnis für die Fusionstechnologie nachhaltig zu fördern, beispielsweise durch Outreachbekanntmachungen des BMFTR oder das „Lighthouse“ des European XFEL (SH und HH), um die fusionsrelevante Öffentlichkeitsarbeit zu intensivieren und die Sichtbarkeit von Forschungsergebnissen zu erhöhen.
Internationale Kooperationen in der Fusionsforschung: Bekanntmachung zur Förderung internationaler Kooperationsprojekte mit internationalen Wertepartnern im Bereich der Fusionsforschung. Das Hauptaugenmerk liegt auf der industriell geführten Verbundforschung.
IPCEI Fusion: Beteiligung zum Teilbereich Fusion an einem IPCEI Innovative Nuclear Technologies zur Verbesserung der Verzahnung des deutschen Fusionsökosystems aus Wissenschaft und Wirtschaft mit dem europäischen Fusionsökosystem sowie des Transfers von Forschungsergebnissen in industrielle Anwendungen. Ziel ist es, europäische Unternehmen bei Erforschung, Entwicklung und erster gewerblicher Umsetzung (First Industrial Deployment) hochinnovativer Projekte für diese Technologien und kritischen Komponenten künftiger Fusionskraftwerke zu unterstützen. Das Hauptaugenmerk liegt auf der industriell geführten Verbundforschung.
Allianz von derzeit sieben Ländern (BW, BY, HH, HE, MV, SH, SN) mit dem Ziel, Fusionsaktivitäten zu verzahnen, Forschungs- und Entwicklungskompetenzen zu bündeln und sich gegenseitig zu unterstützen. Zu den gemeinsamen Vorhaben gehören u. a. der gezielte Ausbau der Ausbildung von Fachkräften, eine Vernetzung in der Fusionsforschung, zum Beispiel durch landesübergreifende Master- und Graduiertenstudiengänge und Workshops, die gemeinsame Nutzung bereits bestehender Forschungsinfrastrukturen und der gegenseitige Zugang zu den Einrichtungen der Partner.
Parallel dazu soll die Zusammenarbeit mit Unternehmen und spezialisierten Zulieferern intensiviert werden. Die Partner setzen bewusst auf die Kooperation mit europäischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen, um den Zugang zu zusätzlichem Know-how zu sichern und die eigene Wettbewerbsfähigkeit im globalen Kontext zu stärken.
Der Nachwuchswettbewerb „Fusionstalente“, die Förderprogramme „Fusion Professionals“ und die jährliche „Fusion Academy“ stärken die frühe Karrierephase, die Aus und Weiterbildung sowie die Vernetzung von Studierenden und Fachkräften, während der Fusion Award herausragende Abschlussarbeiten aus Natur , Ingenieur und Informationswissenschaften im Bereich Fusion auszeichnet.
Parallel dazu werden länderseitig dezidierte Lehrstühle und Nachwuchsforschungsgruppen neu eingerichtet (BY), Vergabe von Professorenstellen mit Lehrauftrag durch das Forschungszentrum Jülich an verschiedene nordrhein-westfälische Universitäten mit direkter inhaltlicher und strategischer Anschlussfähigkeit an das Thema „Fusionsforschung“ (NW) sowie durch die Besetzung von werkstoff und fusionsrelevanten Professuren, den Ausbau von Lehrstühlen, gemeinsame Berufungen (z. B. CAU Kiel mit European XFEL (SH und HH)), IPP mit der LMU und der TU München (BY)) sowie integrierte Ausbildungskonzepte zur Laserfusionsphysik (z. B. „Research School for Advanced Photon Science“ am HI-Jena (TH)) die akademische Lehre und Forschung nachhaltig verankert, auch auf Grundlage bestehender Stipendien und Programme (Marie-Curie, Heisenberg, Emmy Noether), um langfristig qualifizierten Nachwuchs für das deutsche Fusionsökosystem zu sichern.
Diesem Ziel dient auch der dezidierte und standortübergreifende Masterstudiengang „Nuclear Fusion Technologies“ (BY).
Bundesmaßnahmen Fusion
4 Maßnahmen
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Weitere explorative Forschung und Technologieentwicklung im Fusionsbereich fördern
- Förderrichtlinie „Basistechnologien für die Fusion“ veröffentlicht, Einreichungsfrist 15.01.26, derzeit Begutachtung, Auswahl und Förderbeginn
- Förderrichtlinie „Explorative Ansätze für die Fusion“ veröffentlicht, Einreichungsfrist: 15.01.26, derzeit Begutachtung, Auswahl und Förderbeginn; zweite Einreichungsfrist: 31.10.26
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Fusions-Hub realisieren
- 16.01.26: Veröffentlichung des Eckpunktepapiers zu den Rahmenbedingungen der Hub-Förderung
- Förderbekanntmachung zu den Hubs Q1/26; Start der Hubs im Laufe des Jahres
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Forschungs- und Innovationsroadmap FusionsEnergie (FIRE) erarbeiten
- Vorstellung der ersten Version im Rahmen des BMFTR-Fusionskongresses am 24.03.26 in Berlin
- Q1/2027: Veröffentlichung der Vollversion
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Aktionsplan Fusion vorlegen
- Der Aktionsplan Fusion wurde am 1. Oktober 2025 vom Bundeskabinett beschlossen