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Hebel

Die Entwicklung der Mikroelektronik in Deutschland wird stark durch europäische Initiativen geprägt, an deren Ausgestaltung Deutschland aktiv mitwirkt. Gemeinsam mit den Hebeln der Hightech Agenda Deutschland trägt dies substanziell zur Entwicklung der Mikroelektronik bei.

Eine der wichtigsten europäischen Initiativen ist der EU Chips Act 2.0, für den die Europäische Kommission noch 2026 einen Vorschlag vorlegen wird. Damit wird die europäische Mikroelektronik-Strategie neu ausgerichtet mit dem Ziel, Abhängigkeiten zu verringern und mehr Chips in Europa zu entwickeln, zu designen und zu produzieren. Deutschland bringt sich in den Prozess aktiv ein und unterstützt die Zielrichtung des EU Chips Acts auch durch die Hebel der HTAD.

Die Mikroelektronik ist beispielsweise im besonderen Maße auf einen funktionierenden Kapitalmarkt angewiesen. Deshalb soll der deutsche Wagniskapitalmarkt durch die Entwicklung des Deutschlandfonds, der auch einen zu verstetigenden Zukunftsfonds enthalten wird, gestärkt werden. Außerdem sollen regulatorische und steuerpolitische Rahmenbedingungen verbessert werden, unter denen institutionelle Investoren in Start-ups und Venture-Capital-Fonds investieren können. Hiervon profitiert die Mikroelektronik in besonderem Maße.

EU-Wirtschaftsstrategie

Die EU-Wirtschaftsstrategie, die die Europäische Kommission 2023 vorgestellt hat, bietet einen umfassenden Rahmen, um die wirtschaftliche Resilienz Europas gegenüber geopolitischen Risiken, technologischen Abhängigkeiten und externen Bedrohungen zu stärken. Im Kern geht es darum, kritische Lieferketten zu schützen, strategische Autonomie in Schlüsseltechnologien zu erreichen und wirtschaftliche Sicherheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und abzuwehren. Da Mikrochips als kritische Technologien eingestuft werden, ist diese Strategie für die Mikroelektronik-Industrie besonders relevant. Einige HTAD-Hebel zielen ebenfalls auf diesen Ansatz, etwa auf die Versorgung mit kritischen Rohstoffen und Materialien. Deutschland möchte beispielsweise innovative und datengetriebene Ansätze im Bereich „Design for Circularity“ erproben sowie branchenspezifische Lösungen für die Kreislaufwirtschaft entwickeln.

Der Cyber Resilience Act (CRA) führt einheitliche Cybersicherheitsanforderungen für alle Produkte mit digitalen Elementen (vernetzte Hardware und Software) ein; Hersteller müssen „Security by Design“ umsetzen und für mindestens fünf Jahre Sicherheitsupdates bereitstellen. Produkte ohne Konformität (CE-Kennzeichnung) dürfen ab November 2027 nicht mehr im EU-Binnenmarkt vertrieben werden. Der Cybersecurity Act (CSA) schafft einen EU-weiten Rahmen für die Cybersicherheitszertifizierung von IKT-Produkten und -Diensten. Es werden spezifische Zertifizierungsschemata entwickelt (z. B. EUCC), die auch Hardware-Komponenten und Chips betreffen können, um deren Vertrauenswürdigkeit nachzuweisen. Auch diese EU-Maßnahmen werden erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Schlüsseltechnologie Mikroelektronik entfalten.