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Meeres-, Klima- und Nachhaltigkeitsforschung
Forschung für Nachhaltigkeit ist ein Schlüssel für Innovationen in wichtigen Zukunftsfeldern. Investitionen in die dafür notwendigen Technologien („Clean Technologies/Cleantech“) zahlen sich ökologisch, ökonomisch und gesellschaftlich aus. So legen Innovationen für eine nachhaltige Nutzung der Landfläche und der Meere, Klimaschutz und Klimawandelfolgenanpassung, saubere und sichere Energie, eine klimaneutrale und kreislauffähige Wirtschaft sowie für resiliente Städte und Regionen die Basis für ein zukunftsfähiges Wohlstandmodell. Sie tragen dazu bei, geostrategischen Herausforderungen zu begegnen. Technologische Lösungen für die Sicherheit von maritimen Infrastrukturen und Seewegen haben angesichts der hybriden Bedrohungslage eine zunehmende Bedeutung gewonnen. Forschung und innovative Unternehmen der Meerestechnik spielen bei der Erhöhung des Schutzniveaus eine zentrale Rolle.
Forschung zu „Clean Technologies“ treibt die Entwicklung von Schlüsseltechnologien voran etwa in der Biotechnologie, klimaneutraler Energieerzeugung und klimaneutraler Mobilität. Sie setzt sie gleichzeitig im Sinne der oben skizzierten Ziele ein. Weitere wichtige Technologiefelder („Grüne Zukunftstechnologien“) sind u. a. Recycling, Wasser- und Abwassertechnologien, dekarbonisierte Techniken und Anlagen in der Industrie, CO2-Abscheidung, -Speicherung und -Nutzung (Carbon Capture and Storage, Carbon Capture and Utilization), CO2-Entnahme (Carbon Dioxide Removal) sowie weitere Umwelt- und Agrifoodtechnologien.
Technologieführerschaft bedeutet hier gewaltige Vorteile im globalen Innovationswettbewerb und auf perspektivisch wichtigen, neuen Zukunftsmärkten. Beispielsweise hat Deutschland nach Schätzungen der Boston Consulting Group und des Deutschen Verbands für negative Emissionen (DVNE) bis zum Jahr 2050 das Potenzial zur Entwicklung einer Carbon Dioxide Removal (CDR)-Industrie im Wert von 70 Millarden Euro jährlich mit einer Spanne zwischen 95.000 bis 190.000 Arbeitsplätzen. Und allein für die europäische Wasserstoffwirtschaft schätzt die EU-Kommission den Investitionsbedarf auf fast 500 Milliarden Euro in den kommenden 25 Jahren.
Europa ist ein Motor bei der Entwicklung sauberer Technologien und Deutschland nimmt eine Vorreiterrolle ein. Diese Position wollen wir ausbauen und nutzen. Der Cleantech-Markt zeigt eine hohe Dynamik, die weltweiten Investitionen steigen rasant, das Potenzial ist erheblich. Ein Fokus liegt dabei auch auf der Verwirklichung bisher unerreichbarer Anwendungen aus der Grundlagenforschung heraus, die bestehende Wertschöpfungsketten neu denken und damit einen wirksamen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.
Ausgewählte technologiegetriebene Vorhaben
Wir schaffen die Grundlage für neue wirtschaftliche Dynamik durch leistungsfähige Technologien für Negativemissionen (CDR) und Klimaneutralität und stärken Innovationen für die Dekarbonisierung in Industrie und Mittelstand. Ziel ist es, Deutschlands Führungsposition in diesem Bereich weiter zu festigen.
Wir bauen die Forschungs-, Technologie- und Innovationsförderung im Leitmarkt Kreislaufwirtschaft aus. Wir werden die Potenziale der Digitalisierung für den Cleantech-Sektor nutzen, mit dem Ziel, auf diesem Wachstumsmarkt die Exportchancen der heimischen Industrie, insbesondere von KMU, sowie die Versorgungssicherheit der Wirtschaft weiter zu erhöhen. Ab Ende 2025 fördern wir Leuchtturmprojekte aus Wissenschaft und Wirtschaft. Diese Projekte entwickeln digitale Technologien und Geschäftsmodelle, um Produkte und Dienstleistungen zirkulär zu gestalten sowie deren Langlebigkeit und Wiederverwendung zu stärken.
Wir erneuern die deutsche Forschungsflotte. Moderne Forschungsschiffe sind unverzichtbare Plattformen einer transferorientierten Klima- und Biodiversitätsforschung auf unseren Meeren und Ozeanen. Sie sind Hightech-Plattformen auch für den experimentellen Einsatz neuer Technologien.
Wir bauen anwendungsbezogene, international führende Forschungskompetenzen und -infrastrukturen im Bereich nachhaltiger natürlicher Klimaschutz bei klimarelevanten Ökosystemen wie Wäldern, Mooren und Küsten aus. Damit können wir die Treibhausgasemissionen aus dem Landnutzungssektor signifikant senken, Wasserhaushalt und Biodiversität stärken und neue Wertschöpfungsketten schaffen.
Wir unterstützen die Energiewende in der Fischerei. Wir fördern die Entwicklung und den Bau von Demonstratoren für „Fischereifahrzeuge der Zukunft“, die mit alternativen Energieträgern betrieben werden können und die multifunktional einsetzbar sind, um Fischerinnen und Fischern neue Einkommensmöglichkeiten in der blauen Wirtschaft zu eröffnen.
Wir verstetigen die Deutsche Allianz Meeresforschung (DAM) gemeinsam mit den norddeutschen Ländern. In Forschungsmissionen untersuchen wir die Potenziale mariner Kohlendioxidspeicher, die Auswirkungen und Anpassungsstrategien mariner Extremereignisse auf die Küsten und die Möglichkeiten zum Schutz von Nord- und Ostsee bei einer nachhaltigen Nutzung dieser Ökosysteme.
Wir stärken die Entwicklung und den Einsatz autonomer und robotischer Systeme in der Meeres-, Klima- und Biodiversitätsforschung sowie den Agrarwissenschaften. Wir treiben die Technologieförderung zur Klimaanpassung von Kommunen, Unternehmen und Infrastrukturen voran, z. B. mit der Entwicklung von Digitalen Zwillingen. Wir wollen die technologische Souveränität bei Klimatechnologien in Deutschland und Europa sichern und ausbauen.