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Sicherheits- und Verteidigungsforschung

Unsere Sicherheit braucht Forschung und Technologie, denn die Welt ist massiv im Umbruch. Eine veränderte geopolitische Lage und neue Sicherheitsgefährdungen, (menscheninduzierte) Naturkatastrophen, kriminelle, terroristische, hybride und direkte militärische Bedrohungen belegen das eindringlich. Auch die digitale Bedrohungslage entwickelt sich hochdynamisch: Desinformation (etwa zielgerichtete Fake News) beeinflusst die Gesellschaft und gefährdet die Demokratie. Cyberangriffe können kritische Infrastrukturen lahmlegen und Quantencomputer drohen konventionelle Kryptografieverfahren zu durchbrechen. Cybersicherheit wird zur Grundvoraussetzung der resilienten Gesellschaft.

Unser Ziel ist integrierte Sicherheit im Sinne der Nationalen Sicherheitsstrategie, die nach innen und nach außen wirkt und der Bandbreite der Sicherheitsrisiken Rechnung trägt – auch den mittel- und langfristigen. Es braucht technische Innovationen ebenso wie eine resiliente Gesellschaft, um die Sicherheit in Deutschland auch in Zukunft als Grundlage für Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten. Dazu wollen wir auch die Synergiepotenziale zwischen ziviler und militärischer Forschung und Entwicklung heben. Mit dem Rahmenprogramm der Bundesregierung „Forschung für die zivile Sicherheit“ und dem Handlungsfeld „Innovationslabor Sicherheitsforschung“ beschleunigen wir den Praxistransfer innovativer Lösungen durch Demonstrations- und Erprobungsumgebungen und stärken das Innovationsökosystem der integrierten Sicherheit.

Ausgewählte technologiegetriebene Vorhaben

  • Wir werden in ausgewählten Technologiefeldern in „Innovation Hubs für Sicherheit und Verteidigung“ die Kooperation zwischen ziviler und militärischer Forschung und Entwicklung fördern. Im Austausch zwischen zivilen und militärischen Bedarfsträgern sowie Anbietern von Sicherheitslösungen inkl. Start-ups identifizieren wir Synergien zwischen der zivilen und militärischen Forschung für innovative Lösungen und machen sie nutzbar. Dabei sollen auch Forschungsinfrastrukturen genutzt werden, die Forschung unter Bedingungen erhöhter Sicherheitsanforderungen ermöglichen. Ein erster Hub soll Ende 2026 etabliert werden, weitere Hubs sollen sukzessive folgen.

  • Wir veröffentlichen dieses Jahr eine 6G-Forschungsroadmap für die Erforschung und Entwicklung sicherer und resilienter Kommunikationstechnologien der nächsten Generation (Ausrichtung bis 2030). Der erste Meilenstein der Roadmap ist der Aufbau von vier 6G-Transfer-Hubs in Q1/2026, die umfangreiche Forschungs-, Test-, und Validierungsinfrastrukturen für Wissenschaft und Wirtschaft bereitstellen. Damit ermöglichen sie die Etablierung transferorientierter Ökosysteme und die strategische Stärkung und Absicherung der zugrundeliegenden Innovations- und Wertschöpfungsketten. In der Roadmap thematisieren wir zudem die werteorientierte Stärkung der nationalen und europäischen Entwicklungs-, Spezifizierungs- und Standardisierungsbemühungen sowie der Ausbau internationaler Kooperationen insbesondere mit Wertepartnern.

  • Wir richten die Cybersicherheitsforschung durch ein neues Forschungsrahmenprogramm auf die veränderte Bedrohungslage aus und stärken die Cyberresilienz von Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Staat. Kooperationen insbesondere mit europäischen Wertepartnern bauen wir gezielt aus. Dazu wird Deutschland europäische Forschungsprogramme wie den Cybersicherheitscluster (im 10. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union) und Forschungsinitiativen wie die Europäische Quantenkommunikationsinfrastruktur (EuroQCI) maßgeblich mitgestalten. Zudem stärken wir vertrauenswürdige Cybersicherheitstechnologien und sichere Kommunikationslösungen „Made in Germany“ durch ein neues Förderangebot für einen beschleunigten Transfer aus der Wissenschaft in die Anwendung ab 2025.

  • Wir prüfen die Möglichkeiten einer Nutzung der Förderinstrumente der Bundesagentur für Sprunginnovation (SPRIND) für den Verteidigungsbereich.